Kampfkunst: Warum sind Wettkämpfe überflüssig?

Kampfkunst – Warum sind Wettkämpfe überflüssig?

Hier erfahren Sie die Vor- und Nachteile von Wettkämpfen in der Kampfkunst….

 

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Der Beweis:
Katrin Sangi, Ãœbersetzerin

Ich habe bisher seit 10 Jahren Erfahrung mit iranischem Kung Fu ( Toa und Full Contact zwischendurch mit Unterbrechungen) gehabt; da ich schon von Kind an schon immer Sport getrieben habe (Karate, Skilaufen, Ballett, Reiten, Yoga), fiel mir die körperliche Anstrengung beim Kung Fu nicht sonderlich schwer (Medaillen Gewinnerin bei der Kung Fu Bundesmeisterschaften im Teheran). Während dieser Zeit habe ich aber immer die meditative Seite des Kung Fu’s vermisst.

Seit einigen Monaten besuche die Egnoka-Schule, und ich war überrascht dass am Anfang jeder Stunde die Teilnehmer das Training mit Yoga beginnen und fast alle trotzt dem schlank und trainiert sind; die Konzentration des Teilnehmers erhöht sich mit der Zeit und die Kung Fu – Formen finden mehr im Kopf statt und das muss dann automatisch körperlich umgesetzt werden; ganz ohne Zwang. Deshalb es ist mir bewusst geworden, dass die Meditation „in sich kehren“ für Kung Fu- Training notwendig ist.

Auch die von Meister Hendricks eingesetzte Schattenkampftechnik während des Trainings verstärkt die Fähigkeit die Bewegungsabläufe des Gegners besser einzuschätzen.

Kampfkunst ohne Verletzungen erleben für Anfänger und Fortgeschrittene

Sandro Gass: Ja, grüß dich, Hans! Wir wollen heute noch mal über EGNOKA sprechen. Und meine erste Frage ist: Warum gibt es denn im Vergleich zu anderen Kampfsportschulen – wir sind ja eine Kampfkunstschule, machen Kunstkampfsport –, warum gibt es da, zumindest steht es so geschrieben … Warum haben wir keine Wettkämpfe? Warum legst du da so Wert drauf? Oder vielleicht legst du keinen Wert darauf? ((lacht))

Hans Hendricks: ((lacht)) Ja, Wettkämpfe in der Kampfkunst (Kampfsport) sind für viele ein Thema und für manche ein Horror! Und das kommt so ein bisschen aus meiner Geschichte. Als ich Shaolin Chi-Kempo gelernt habe oder Shaolin Kempo gelernt habe, gab es bei uns im Verein Kämpfe untereinander, so wie wir das im Grunde genommen hier machen.

Die Kämpfe waren ein Stück härter als das, wie wir es hier praktizieren. Das heißt, dort konnte man schon davon ausgehen, dass man so beim normalen Kampf jede Woche irgendwo ein kleines Zipperlein hatte, eine Verstauchung und da was, nichts Großartiges, aber so was war an der Tagesordnung. Und wenn wir jetzt hier Shaolin Chi-Kempo / Kung Fu trainieren: Eine Wahrscheinlichkeit von 99,9 Prozent, dass da alles in Ordnung ist, und dass mal irgendwas in den Kämpfen passiert, ist ganz, ganz selten.

Kämpfen mit Kampfkombination in der Kampfkunst

Das ist aber so für mich nicht der Hauptgrund gewesen. Ich habe mir damals eine Menge Meisterschaften angeguckt, in Karate und in anderen Disziplinen, und festgestellt, dass diese Wettkämpfe letztendlich mehr so maschinell ablaufen. Das heißt, ich übe bestimmte Kombinationen und ich trainiere die Kombination, ich muss immer schneller werden, immer schneller werden, und dann kommen zwei Kampfhähne zusammen und irgendwann liegt einer am Boden. Und keiner hat so richtig gesehen, was passiert ist. Und es ist auch ganz schwer zu kontrollieren, was da passiert ist.

Damals, als ich das bemerkt habe, habe ich versucht herauszufinden: Wie würde denn ein Kampf im Idealfall laufen? Wenn ich in irgendeinen schönen Kung-Fu-Film gehe, dann sehen die Kämpfe alle fantastisch aus! Sie sehen fantastisch aus, weil sie gut choreografiert sind, aber ein normaler Kampf läuft so nicht ab. Und die Frage war für mich: Wie trainiere ich denn diesen Kampf?

Die Rolle des Schattenkampfs in der Kampfkunst

Und daraus ist das Thema Schattenkampf entstanden. Schattenkampf ist sozusagen ein ganz, ganz langsamer Kampf in Zeitlupe, wo du genau siehst, was passiert. Und wenn jetzt jemand anfängt zu kämpfen, dann ist er am Anfang gar nicht in der Lage, sich langsam zu bewegen, und insbesondere: Jeder Mensch hat natürliche Reflexe, kommt eine Hand an und ich habe sie zu spät gesehen, dann bewege ich mich wahnsinnig schnell.

Die Kunst besteht jetzt darin, wirklich ein gleichmäßiges Tempo zu haben, so als wenn ich etwas in Zeitlupe sehe. Ich sehe, wie es passiert, und wenn sich eine Lücke auf tut, dass ich dann dort hineinschlage. Für meinen Begriff ist ein Treffer … Aus meiner Sicht ist ein Treffer der: Ich schlage dem Partner eins ins Gesicht, er liegt am Boden, aber er hat nicht gesehen, wie ich ihn geschlagen habe. Das ist ein wirklicher Treffer.
Sobald er noch eine Abwehrreaktion aufbauen kann, ist es für mich kein Treffer. Dann wäre er höchst wahrscheinlich auch dran gewesen im Ernstfall. Diese Art zu kämpfen ist recht schwierig.

Gass: Dauert eine Weile, das so zu erlernen wahrscheinlich?

Der Kampf in der Kampfkunst, dein Ego zu besiegen

Hendricks: Erst mal dauert es eine Weile, so was zu erlernen. Ich kann auch heute sagen: Diejenigen, die so kämpfen können, das sind meist … Das geht dann ab braun los. Das ist also eine Trainingserfahrung von fünf bis … Das setzt eine Vergangenheit zumindest von circa fünf bis zehn Jahren voraus. Und diejenigen, die dann da drin sind, die haben in aller Regel auch kein Interesse mehr zu kämpfen und sich zu beweisen.

Den Kampf führst du eigentlich im Kampf, erst mal mit dir selber … Wenn ich kämpfe, wie sieht es mit meinem Ego aus, wenn ich getroffen werde, selbst in einem ganz normalen Kampf, fühlt sich niemals gut an. Und Treffer fühlt sich auf jeden Fall gut an. Und da innerlich den Gleichmut zu bewahren, das ist für mich eigentlich der Wettkampf, den ich mit mir selbst führe und den ich in jedem kleinen Kampf, in jeder Übung immer wieder durchlaufe.

Dadurch entsteht das Wachstum. Ich sehe also keinen großen Sinn darin, an irgendwelchen Tournieren mitzumachen, was dann bedeutet, dass die Verletzungsgefahr wahrscheinlich bei bis zu 50 Prozent liegt und dass ich dann anschließend entsprechende Probleme habe. Und um diese Probleme von vornherein zu vermeiden, gibt es keine Wettkämpfe.

Der erste Shaolin Chi-Kempo Wettkampf mit besonderen Regeln der Kampfkunst

Wir haben mal einen Shaolin Chi-Kempo Wettkampf gemacht, das war eine ganz interessante Sache, wir haben es auf dieser Basis gemacht und zwar gesagt: Beide müssen sich gleichmäßig bewegen. Wenn einer sich zu schnell bewegt, verliert er zwei Punkte. Wenn du einen triffst, bekommst du einen Punkt.

Dabei hat der gewonnen, der am fairsten gekämpft hat, der das Tempo halten konnte und die innere Ruhe hatte, diesen Treffer auch dann wirklich durchzuziehen. Also, der Hauptgrund, warum ich sage … Erstens ist es nicht besonders interessant, mit Kombinationen zu arbeiten, das ist eher robotermäßig.
Diese kreative Arbeit in der Kampfkunst ist interessant, aber eben am besten in diesem langsamen Tempo umzusetzen, um auch Verletzungen zu vermeiden. Denn wer möchte Montag früh oder am nächsten Morgen zur Arbeit gehen mit einem blauen Auge oder einem gebrochenen Unterarm oder einem Handgelenk verstaucht und, und, und? Das halte ich für wenig sinnvoll.

Gass: Alles klar, ich denke, das war recht einleuchtend, vielen Dank!
Hendricks: Ja, gerne!

Kommentar über “Kampfkunst: Warum sind Wettkämpfe überflüssig?

  1. Sehr vernünftige Position! Hinzufügen könnte man vielleicht, dass Wettkämpfemit ihren Regeln und (durchaus sinnvollen!) Verboten gerade keine realistische Kampfsituation abbilden können. Das macht den Preis des deutlich erhöhten Verletzungsrisiko m.E. noch mal fragwürdiger.

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